Neukonditionierung durch Therapie
Das Ziel einer Verhaltenstherapie zur Raucherentwöhnung ist die Neukonditionierung.
Man geht davon aus, dass Rauchen ein erlerntes Verhalten ist. Raucher haben gelernt, bestimmte Lebenssituationen und Stressfaktoren mit einer Zigarette zu bewältigen. Somit sind meist
nur positive Erfahrungen mit dem Rauchen verknüpft.
Dieser Prozess wird in der Psychologie als Konditionierung bezeichnet.
Das Ziel der Therapie ist nun, diese Programmierung aufzubrechen und durch neue Verhaltensmuster zu ersetzen.
Motivation, Selbstbeobachtung, Selbstkontrolle, Einüben neuer Verhaltensweisen sind die primären Elemente der Verhaltenstherapie.
Sehr hilfreich ist ein "Rauchertagebuch". Hierbei lassen sich die Schlüsselreize für den Griff zur Zigarette indentifizieren.
Die Zigarette nach dem Kaffee lässt sich vermeiden, wenn man unmittelbar nach dem Trinken aufsteht, sich also nicht mehr genüsslich für die Zigarette zurücklehnt.
Diese selbstauferlegten Rauchverbote sollen sich auf das ganze Leben erstrecken. Nachdem die Zigarette nach dem Kaffe tabu ist, sollte auch die Zigarette beim Autofahren oder beim Telefonieren tabu sein.
Erste Erfolge sollten belohnt werden, um das Nichtrauchen mit positiven Reizen zu verbinden. Damit wird der Grundstein für eine Neukonditionierung gelegt.
Begleitend zur Verhaltenstherapie haben sich Nikotinpräparate bewährt, die Entzugserscheinungen während der Raucherent-
wöhnung deutlich verringern.